// DAS CAMELTOE DILEMMA //

January 18, 2015

Camel Toe ist eine Sache über die sich mehr Männer als Frauen Gedanken machen. Spätestens nachdem Marc Jacobs an Weihnachten als wandelnde Kamelzehe aus Tausendundeinernacht aufgetreten ist, können wir nicht mehr wegschauen und so tun als würde es diese Problematik nicht geben.

 

 

Enganliegende Yogahosen sind besonders beliebt bei Cameltoefetischisten. Davor ist auch keine teure, funktionelle Sportkleidung gefeit, es sei denn man legt sich eine ausschliesslich für diesen Zweck designte Stoffeinlage in die Hose. Zu umständlich, unhygienisch und trägt vielleicht sogar auf; also auch keine Lösung. 

 

Zum Glück stehen wir Frauen drüber bzw. nicht drauf: beim Yoga schauen wir uns überwiegend in's Gesicht, Unterrichtsbedingt mal auf die Füsse oder Hände, anstatt auf die kleine Stofffalte im Schritt (die durch eine Mittelnaht, siehe Gwyn, leider noch mehr betont wird!).

 

Die gute Gwyneth Paltrow ist eine Frau mit ästhetischem Anspruch und: Camel Toe! Hatte sie keine Stylistin?, keine beste Freundin, die ihr hätte sagen können: "Obacht! Das würde ich an Deiner Stelle nicht im Fernsehen tragen!" ? Wenn man keine beste Freundin parat hat, der man mal ein Selfie zum Doppelchecken schicken kann, dann muss Frau sich eben selbst die beste Freundin sein.

 

Es gibt 3 Einstellungen, wie wir damit umgehen können:

 

1. Dieses Thema ist mir zu blöd/ zu trivial. Es ist mir egal ob sich 'etwas' durch den Stoff meiner Kleidung abzeichnet. Ich stehe zu meiner äusseren Schönheit.

 

Ok. Die Wahrscheinlichkeit ist hoch Yoga Klassen zu besuchen, in denen nur Frauen sind. Der Männeranteil ist immer noch gering, da sich Männer oft auf das Klischee berufen: Yoga sei nur für Elfen gut/ sei zu soft/ zu langweilig... In solchen Stunden kräht dann auch kein Gockel nach der Enge Deines Beinkleides.

 

2. Ich vermeide bewusst zu enge Hosen, und nehme mir statt der ultra knackigen, sexy XS, doch die bequemere Grösse (in der man sich übrigens auch besser verbretzeln kann) und werfe vorher einen Blick in den Spiegel.

 

In allen anderen Männerdominierten Fitnessbereichen, ist diese Entscheidung höchstwahrscheinlich die bessere Wahl. Auch wenn es manche Sportler nicht zugeben wollen, ist es doch so dass Männer (meist) ihre Welt anders erleben als Frauen: es gibt Unterschiede in der Wahrnehmung. Frauen sehen vielleicht eher Augen, Lächeln, Schultern, Bauch, während Männer sich mit der Oberweite und Gesässform beschäftigen und wenn sich die Möglichkeit ergibt, mitunter über den Kamelzehen-Anblick erfreuen, der die Phantasie deutlich mehr beflügelt als wenn sich eben nichts abzeichenen würde.

 

3. Mich nervt diese Thematik. Der einzige, der sich über diesen Anblick freuen darf ist mein Partner. Deswegen trage ich nur noch weite Sporthosen oder Yogahosen mit eingenähtem Röckchen oder extra lange Tops und Pullover.

 

Auch das ist eine Lebenseinstellung, mit der man die Cameltoe Problematik gut umgehen kann, ohne in öffentliche Pannen oder Fettnäpfchen zu treten, erfordert allerdings eine angemessene Portion Disziplin.

 

 

Und schon haben wir den schmalen Grat überschritten von der scheinbaren Freiheit, die uns die moderne Garderobe schenkt mit der wir versuchen unserer individuellen Persönlichkeit Ausdruck zu verleihen, hin zur Sexualisierung der Frau.

 

Spannenderweise gingen Frauenhosenbewegung und Emanzipationsbewegung Hand in Hand. Hosen waren bis Mitte des Jahrhunderts für Frauen Tabu! Im Theater waren dann "Hosenrollen" eine erotische Sensation: Frauen in Hosen, die Männer spielen! Sapperlot!

 

Ich liebe die Bewegungsfreiheit von Hosen und kann mir nicht vorstellen jeden Tag einen Rock zu tragen, geschweige denn Pumpröcke, Hosenröcke oder Haremshosen. 

 

Es bleibt also nur noch die Selbst-Reflektion (im Spiegel) und der bewusste Umgang mit der Thematik: cool drüber stehen, sich schämen oder geschickt vermeiden.

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@ 2018 by Jelena Lieberberg 

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