// PHASMIDEN ALS HAUSTIERE //

July 22, 2017

 

 

Im November letzten Jahres hat mich meine damals noch 7 jährige Tochter auf ihre Geburtstagswünsche aufmerksam gemacht. Ich würde meinem süssen Kind natürlich alle Wünsche sofort erfüllen, vor allem wenn sie gerade gut gelaunt ist und mit einem Engelsgleichen, lächelnden Gesicht eine Liste raus haut, die selbst mich noch zur Verwunderung gebracht hat.

 

Zur Auswahl standen nämlich (sie hatte scheinbar länger drüber nachgedacht):

  • ein zweiter Hund (no way)

  • eine Tarantel (nicht so gut für so kleine Kids und muss man mit Lebendfutter füttern- moralisch schwierig bei uns)

  • oder Stabschrecken

 

Wir hatten in den Sommerferien vor ein paar Jahren in Kroatien unsere erste Begegnung mit einer großen Stabschrecke und wir waren begeistert. Insekten, die so nett und friedlich sind und auch noch Vegetarier - im Prinzip ist das doch das perfekte Haustier. Natürlich wünscht man sich für die Tiere dass sie in ihrer Heimat, zB sind manche Arten in Thailand ansässig, leben. Wenn aber jemand bei eBay Kleinanzeigen nun zufällig pro Schrecke 1€ verlangt, haben wir nicht lange überlegt und dem Kind ein kleines Terrarium mit 4 Stabschrecken geschenkt. Sie war begeistert. Alle waren froh und engagiert sich darum zu kümmern. Nach 4-5 Monaten hatten wir zu unserer Überraschung fast 100 Nymphen (!), die mittlerweile zeugungsfähig geworden sind und sich immer weiter vermehren würden, wenn wir uns nicht noch ein 2. Terrarium besorgt hätten, um Männchen und Weibchen zu trennen. 

 

Also ein sehr aufwendiges Unterfangen. Abgesehen davon dass man natürlich in Frage stellen könnte wieso man sich überhaupt Insekten als Haustiere halten möchte, die - wenn sie klein sind - ausbüchsen und mal im Bad an der Wand spazieren gehen, in der Wäsche rum krabbeln oder sich sonstwo verstecken. (Was auf Grund von Wassermangel zu ihrer sicheren Vertrocknung führt, wenn sie nicht wieder zurück gesetzt werden.)

 

DER AUFWAND

 

Falls sich also jemand die Mühe machen möchte, um diese Erfahrung mal selbst zu erleben, kommt folgendes auf Euch zu:

  • 1 x pro Woche neue Brombeersträucher besorgen & austauschen gegen die Alten

  • 1-2 c pro Tag etwas Wasser in's Terrarium sprühen

  • im Urlaub das Terrarium an Freunde verleihen

  • sich darüber Gedanken machen, an wen man die vielen Nachzöglinge verschenkt (als Haustiere oder Futtertiere für Echsen oder Vögel)

 

 

DAS SCHÖNE DARAN

 

Vielleicht klingt der Bericht bislang sehr erschreckend. Für manche Gäste war der Anblick auch eher gruslig, jedoch kann man ganz wunderbar die verschiedenen Nymphenstadien beobachten, das Schlümpfen aus den winzigen Eiern und eben den Unterschied zwischen Männchen und Weibchen. Die Weibchen sind zB viel größer und etwas behäbiger, die Männchen hingegen schlanker und agiler, fast hysterisch und ausschließlich auf die Fortpflanzung aus.

 

Für mich am spannendsten war die Beobachtung ihres Verhaltens: bei leichter Erschütterung bewegen sie sich wie ein Blatt im Wind und wippen von links nach rechts. Wenn sie große Angst haben, vor allem im 2. & 3. Nymphenstadium dann strecken sie sich komplett aus und tarnen sich als unsichtbare Linie bzw Zweig.

 

 

 

Wer sich also Haustiere anschaffen möchte, die eher besonders sind, sollte an Artgerechte Haltung denken und an die Konsequenzen.

 


Wer mehr über diese lustigen 6 einigen Kollegen erfahren möchte, schaut mal hier rein:

Gespenstschrecken bei Wikipedia

 

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